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Buchbindereiwerkstatt Müller in Nußdorf restauriert in diesem Jahr 250. Bibelexemplar - Lutherbibel aus dem 18. Jahrhundert

01.10.1996 01:00
Gelegentlich ein Holzwurm zwischen staubigen Blättern

Nußdorf. Lutherbibeln sind ihre Spezialität. Im Jubiläumsjahr des Reformators hat auch die Buchbinderwerkstatt Müller in Nußdorf Grund zum Feiern: 250 Bibeln waren schon in der „Behandlung“ der Restaurateure. In ihrer Werkstatt verhelfen Hedwig und Klaus Müller vielen Bibeln zu neuem Glanz. Das 250. Exemplar, eine Lutherbibel aus dem 18. Jahrhundert, soll bis Ostern wiederhergestellt sein. Bis dahin muss das alte Stück vollständig zerlegt werden.Die Schweinslederdeckel werden entfernt, die zusammengenähten Blätter Seite für Seite abgetrennt. Mit einer Bürste wird jedes Blatt gereinigt. Dabei fliegt viel Staub auf, und gelegentlich kommt ein Holzwurm hervor. Dann werden die brüchige Blätter gewaschen und getrocknet. Ganz zerfetzte Stücke werden in eine Wanne mit Papierbrei gelegt, die Fasern verbinden sich und die Seite „wächst“zum gewünschten Format. Mit Nadel und Faden werden die Bögen aneinandergeheftet. Der Deckel aus Holz und Leder wird befestigt - fertig ist das „neue“ alte Buch.

Wenn die hinzugefügten Seiten zu sehr von den alten und oft speckigen Blättern abstechen, werde der Patina schon mal mit Staub, Dreck und Vaseline nachgeholfen, „denn Staub gibt's bei uns jede Menge“, schmunzelt die Meisterin. „Die ganze Prozedur braucht 50 bis 60 Stunden Arbeitszeit“, betont der Buchbindermeister. Bis zu 3.500 Mark kostet die Restaurierung einer alten Bibel. Zur Zeit bearbeitet das Buchbinderehepaar 15 Bibeln. „Im Schnitt liegen die Bibeln ein Jahr bei uns, bis sie wieder zu ihren Besitzern zurückkommen“, so Müller.

Von allen restaurierten Bibeln kopiert sich Müller das Deckblatt und die Weihnachtsgeschichte. Er hat sich ein kleines Archiv angelegt. Damit kann der Buchbindermeister das Erscheinungsdatum von Bibeln rekonstruieren, deren Titelblatt unleserlich ist.

 

Quelle: Evangelischer Kirchenbote; 10/1996

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